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Shopware Produktkonfigurator: Mit Custom Products individuelle Produkte verkaufen

HL

Holger Lentz

6 Min. Lesezeit

Nicht jedes Produkt passt in ein starres Schema aus Variante und Warenkorb-Button. Wer Fenster nach Maß, bedruckte Werbeartikel, konfektionierte Kabel oder technische Baugruppen verkauft, kennt das Problem: Die eigentliche Kaufentscheidung entsteht erst, wenn der Kunde sein individuelles Produkt zusammenstellen kann. Auf einer klassischen Produktseite lässt sich das kaum abbilden, im B2B schon gar nicht. Genau hier setzt der Shopware Produktkonfigurator an, und mit der nativen Erweiterung Custom Products bringt Shopware das Werkzeug dafür bereits mit.

Als spezialisierte Shopware Agentur sehen wir täglich, wie viel Umsatz zwischen Anfrage und Bestellung verloren geht, wenn individuelle Produkte nur per E-Mail, PDF-Formular oder Telefon konfiguriert werden können. Jeder manuelle Schritt kostet Zeit, produziert Rückfragen und schreckt Einkäufer ab, die einen reibungslosen Self-Service erwarten. Ein sauber gebauter Konfigurator verlagert diese Arbeit in den Shop, rund um die Uhr, ohne Medienbruch.

Was Custom Products in Shopware leistet

Custom Products ist die native Premium-Erweiterung von Shopware, mit der Sie bestehende Produkte um frei definierbare Optionen ergänzen. Ihre Kunden wählen Materialien, Maße, Farben, Gravuren oder Zusatzleistungen direkt auf der Produktseite und sehen den angepassten Preis in Echtzeit. Im Hintergrund arbeitet ein mehrstufiges Aufschlagssystem, mit dem sich auch komplexe Preislogiken abbilden lassen, etwa prozentuale Zuschläge, Festbeträge pro Option oder mengenabhängige Staffeln, wie sie im B2B die Regel sind.

Der Charme der nativen Lösung liegt in der Integration: Konfigurierte Produkte landen als vollwertige Warenkorb-Positionen im Checkout, fließen in Bestellungen und Belege ein und lassen sich über die API an nachgelagerte Systeme übergeben. Sie bauen also keinen isolierten Konfigurator neben Ihren Shop, sondern erweitern Ihr bestehendes Sortiment um eine Individualisierungsebene, die sauber in Preise, Steuern und Prozesse eingebettet ist.

Warum sich ein Produktkonfigurator im B2B rechnet

Die Zahlen aus der Praxis sind deutlich: Produktkonfiguratoren steigern die Conversion Rate gegenüber statischen Produktseiten je nach Branche um 20 bis 40 Prozent, und rund drei Viertel der B2B-Unternehmen bestätigen, dass die Kaufwahrscheinlichkeit mit einem Konfigurator spürbar höher liegt. Der Grund ist einleuchtend: Wer sein Produkt selbst zusammenstellt, sieht sofort, dass genau seine Anforderung erfüllbar ist, und muss nicht auf ein Angebot warten, das im Zweifel Tage später kommt.

Hinzu kommt die Entlastung Ihres Vertriebs. Jede Konfiguration, die der Kunde selbst vornimmt, ist eine Anfrage weniger im Postfach Ihres Innendienstes. Standardisierte Sonderanfertigungen wandern vom manuellen Angebotsprozess in den automatisierten Shop, während sich Ihr Team auf beratungsintensive Projekte konzentriert. Gerade bei erklärungsbedürftigen Produkten wird der Konfigurator so zum digitalen Verkäufer, der Fehlbestellungen reduziert, weil unmögliche Kombinationen technisch von vornherein ausgeschlossen werden.

Wie breit die Einsatzfelder sind, zeigt ein Blick in die Praxis: Vom Konfigurator für maßgefertigte Dachrinnen über bedruckte Werbeartikel mit Datei-Upload bis zu pneumatischen oder antriebstechnischen Baugruppen, die vor der Auslieferung für ihren Einsatzzweck spezifiziert werden. Allen gemeinsam ist, dass der Einkäufer nicht aus einem Standardsortiment wählt, sondern ein Produkt für seine konkrete Anforderung zusammenstellt. Genau diese Kombination aus Individualisierung und verlässlicher Kalkulation entscheidet im B2B über den Auftrag, und ein durchdachter Konfigurator macht sie planbar und wiederholbar.

Custom Products oder spezialisiertes Konfigurator-Plugin?

Nicht jede Anforderung braucht dieselbe Lösung. Für die meisten Individualisierungen, also Textfelder, Auswahllisten, Datei-Uploads und gestaffelte Aufschläge, ist Custom Products die pragmatische erste Wahl, weil es ohne zusätzliche Fremdsoftware auskommt und von Shopware selbst gepflegt wird. Sobald es jedoch um Echtzeit-3D-Vorschauen, regelbasierte Abhängigkeiten zwischen Dutzenden Optionen oder rechenintensive Kalkulatoren geht, lohnt der Blick auf spezialisierte Plugins aus dem Shopware Store oder eine individuelle Entwicklung.

Die Entscheidung sollte nie am Feature-Katalog hängen, sondern an Ihrem konkreten Produkt und Ihren Prozessen. Wir empfehlen, vor der Tool-Wahl die Konfigurationslogik sauber zu modellieren: Welche Optionen hängen voneinander ab, welche Preisregeln gelten, wie sieht das Ergebnis in ERP und Produktion aus? Erst danach entscheidet sich, ob die native Erweiterung reicht oder ob eine maßgeschneiderte Shopware Entwicklung die tragfähigere Investition ist. Wie individuelle Preise und kundenspezifische Kataloge dabei ineinandergreifen, haben wir im Beitrag zur Shopware B2B Personalisierung beschrieben.

Worauf es bei der Umsetzung ankommt

Ein Konfigurator ist nur so gut wie seine technische Basis. Drei Punkte entscheiden in der Praxis über Erfolg oder Frust. Erstens die Performance: Jede Option, jede Vorschau und jede Preisberechnung darf die Ladezeit der Produktseite nicht ausbremsen, sonst kippt der Conversion-Vorteil ins Gegenteil. Zweitens die Datenanbindung: Konfigurierte Artikel müssen mit allen Merkmalen sauber im ERP und in der Produktion ankommen, damit aus der digitalen Bestellung keine manuelle Nacharbeit wird. Drittens die Usability: Ein Konfigurator, der Einkäufer mit zu vielen Feldern erschlägt, verfehlt seinen Zweck.

Deshalb behandeln wir Konfiguratoren nie als isoliertes Plugin, sondern als Teil der gesamten Shop-Architektur, von der Preislogik über die Schnittstellen bis zur Frontend-Performance. Sinnvoll aufgesetzt, wird der Shopware Produktkonfigurator vom netten Extra zum echten Umsatztreiber, der individuelle Produkte skalierbar verkauft, statt sie in E-Mail-Schleifen zu ersticken.

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