Shopware B2B Zahlungsarten: Mit Rechnungskauf und BNPL die Conversion steigern
HL
Holger Lentz
6 Min. Lesezeit
Im B2B-Geschäft entscheidet die Zahlungsart oft darüber, ob ein gefüllter Warenkorb auch zur Bestellung wird. Die Zahlen sind eindeutig: Rund 95 % der B2B-Einkäufer wollen in Onlineshops auf Rechnung kaufen – aber nur etwa 45 % der Händler bieten diese Option tatsächlich an. Diese Lücke ist einer der teuersten blinden Flecken im B2B-Commerce. Wir sehen in unseren Projekten täglich, dass fehlende oder umständliche Zahlungsarten zu Abbrüchen führen, die sich mit dem richtigen Setup vermeiden lassen. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, welche Zahlungsarten Ihr Shopware-Shop im B2B braucht und wie Sie Rechnungskauf anbieten, ohne das Ausfallrisiko selbst zu tragen.
Warum Rechnungskauf im B2B über den Umsatz entscheidet
Im B2B ist der Kauf auf Rechnung nicht nur eine nette Option, sondern oft eine harte Vorgabe. Einkaufsabteilungen sind in vielen Unternehmen prozessual darauf festgelegt, ausschließlich gegen Rechnung zu bestellen – schon aus buchhalterischen Gründen und wegen der internen Freigabeprozesse. Fehlt diese Zahlungsart, springt der Einkäufer ab und bestellt beim Wettbewerber. Hinzu kommt: Der Vertrauensvorschuss des Rechnungskaufs sorgt nachweislich für größere Warenkörbe und senkt die Abbruchquote häufig im zweistelligen Prozentbereich. Bei durchschnittlichen B2B-Rechnungswerten von rund 1.900 Euro pro Bestellung ist das ein direkter Hebel auf Ihren Umsatz – und einer, der sich ohne aufwändiges Redesign der Produktseiten realisieren lässt.
Ein durchdachter Payment-Mix ist deshalb Pflicht. Neben dem Rechnungskauf gehören im B2B vor allem SEPA-Lastschrift, Kreditkarte und zunehmend „Buy now, pay later“ (BNPL) ins Standardrepertoire. Wer die Zahlungsarten abdeckt, die seine Zielgruppe erwartet, gewinnt nicht nur die einzelne Bestellung, sondern langfristig den Kunden.
Konkret sollten Sie im B2B-Checkout mindestens diese Optionen vorhalten:
Kauf auf Rechnung – die meistgewünschte Zahlungsart und in vielen Einkaufsabteilungen Pflicht.
SEPA-Lastschrift – etabliert für wiederkehrende Bestellungen von Stammkunden.
BNPL und Ratenzahlung – flexible Zahlungsziele, die größere Investitionen erleichtern.
Kreditkarte und digitale Wallets – schnell und international, vor allem für Neukunden und kleinere Beträge.
Welche dieser Optionen Sie priorisieren, hängt davon ab, ob Sie überwiegend Stammkunden mit hohen Auftragswerten oder viele Neukunden mit kleineren Erstbestellungen bedienen. Beides lässt sich in Shopware sauber abbilden – etwa über kundenspezifische Zahlungsart-Regeln pro B2B-Rolle.
Das Risiko: Forderungsausfall und manueller Aufwand
So attraktiv der Rechnungskauf für Ihre Kunden ist – für Sie als Händler bedeutet er zunächst Risiko. Bei Rechnungskauf liefern Sie die Ware vor und warten auf das Geld. Zahlungsverzögerungen, Mahnläufe und im schlimmsten Fall ein kompletter Forderungsausfall bei Insolvenz des Käufers treffen Sie zu 100 %. Wegen der hohen Transaktionssummen im B2B kann ein einzelner Ausfall empfindlich wehtun. Dazu kommt der administrative Aufwand: Bonitätsprüfung, Rechnungsstellung, Zahlungsabgleich und Mahnwesen binden Ressourcen, die in vielen Shops noch manuell laufen.
Genau hier scheitern viele Eigenlösungen. Ein selbstgebautes Rechnungskauf-Modul ohne automatisierte Bonitätsprüfung in Echtzeit ist ein Glücksspiel – und der Pflegeaufwand frisst die Marge, die der zusätzliche Umsatz bringt. Die gute Nachricht: Sie müssen dieses Risiko heute nicht mehr selbst tragen.
BNPL und Payment-Provider: Rechnungskauf ohne eigenes Risiko
Spezialisierte B2B-Payment-Anbieter wie Mondu, Billie, Klarna oder payever übernehmen genau die Aufgaben, die Sie ausbremsen. Das Prinzip dahinter ist Factoring: Der Anbieter prüft die Bonität des Geschäftskunden in Echtzeit, gibt den Rechnungskauf frei und zahlt Ihnen den Betrag sofort aus – das Ausfallrisiko übernimmt der Factorer. Sie bekommen Ihr Geld also in jedem Fall, der Kunde erhält trotzdem sein gewohntes Zahlungsziel. Dafür fällt eine prozentuale Gebühr an, die sich angesichts gesenkter Abbruchquoten in den meisten Fällen schnell rechnet.
Diese Anbieter decken den kompletten B2B-Bedarf ab: Rechnungskauf, Ratenzahlung, Sammelrechnung und flexible Zahlungsziele – inklusive automatischem Scoring und Mahnwesen. In der Praxis berichten Händler nach der Einführung von risikofreiem Rechnungskauf von B2B-Conversion-Steigerungen im Bereich von 20 bis 30 %. Welcher Anbieter zu Ihnen passt, hängt von Ihren durchschnittlichen Warenkörben, Ihren Zielmärkten und Ihrer bestehenden Payment-Infrastruktur ab – eine Entscheidung, die wir als Shopware Agentur Köln gemeinsam mit Ihnen anhand Ihrer Zahlen treffen.
Integration in Shopware: B2B Components, Flow Builder und saubere Anbindung
Technisch lässt sich praktisch jeder relevante Payment-Provider über ein Plugin oder die API an Shopware anbinden. Entscheidend ist aber nicht das bloße Einspielen eines Moduls, sondern die saubere Verzahnung mit Ihren B2B-Prozessen. Mit den modernen B2B Components ist die Zahlungssteuerung tief im Shopware-Core verankert: Sie können Zahlungsfreigaben, Budgets und Rollen pro Geschäftskunde differenziert steuern. Über den Flow Builder lassen sich Freigabe-Workflows, Bonitätsentscheidungen und Folgeaktionen automatisieren, ohne dafür Code schreiben zu müssen.
In der Umsetzung kommt es auf die Details an: Werden nur bonitätsgeprüfte Kunden zum Rechnungskauf zugelassen? Greift bei B2B-Kunden eine andere Zahlungsart-Auswahl als im B2C? Sind die Zahlungsdaten sauber an Ihr ERP angebunden, damit der Zahlungsabgleich automatisch läuft? Diese Fragen entscheiden darüber, ob das Setup im Alltag trägt oder neue manuelle Arbeit erzeugt. Eine durchdachte Shopware Architektur sorgt dafür, dass Payment, Kundenrollen und Warenwirtschaft sauber ineinandergreifen – statt als isolierte Insellösungen nebeneinanderzustehen. Genau diese Integration ist der Unterschied zwischen einem Shop, der Zahlungsarten nur anbietet, und einem, der damit messbar mehr verkauft.
Ihre B2B-Kunden erwarten heute denselben reibungslosen Checkout, den sie aus dem B2C kennen – nur mit den Zahlungszielen und Freigabeprozessen, die ihr Einkauf braucht. Lassen Sie diese Conversion nicht an fehlenden Zahlungsarten scheitern. Sprechen Sie mit den Experten von enno.dev, Ihrer spezialisierten E-Commerce Agentur für Shopware. Wir analysieren Ihren Payment-Mix und zeigen Ihnen, wo im Checkout der größte Hebel für mehr Umsatz liegt.
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