B2B E-Commerce

Shopware Angebotsmanagement: So digitalisieren Sie Ihren B2B-Angebotsprozess im Shop

HL

Holger Lentz

6 Min. Lesezeit

Im B2B-Vertrieb entscheidet nicht nur der Preis, sondern vor allem die Geschwindigkeit: Wer eine Angebotsanfrage zuerst beantwortet, gewinnt den Auftrag überdurchschnittlich oft. Trotzdem laufen Angebote in vielen mittelständischen Unternehmen noch immer über E-Mail-Pingpong, Excel-Listen und manuell gepflegte PDF-Dokumente. Das kostet Ihren Vertrieb jeden Tag Stunden und Ihre Kunden Nerven. Mit dem Shopware Angebotsmanagement (Quote Management) holen Sie diesen Prozess dorthin, wo er hingehört: direkt in Ihren Onlineshop.

Warum der klassische Angebotsprozess Ihren B2B-Vertrieb ausbremst

Der typische Ablauf sieht so aus: Ein Einkäufer schickt eine Anfrage per Mail, der Innendienst sucht Artikelnummern zusammen, prüft Staffelpreise im ERP, baut ein PDF und schickt es zurück. Der Kunde will zwei Positionen ändern, und die Schleife beginnt von vorn. Jede dieser Schleifen bedeutet Medienbrüche, Übertragungsfehler und Wartezeit, in der Ihr Wettbewerber längst geliefert hat.

Der Business-Impact ist messbar: Angebote gehören neben individuellen Preisen und Freigabeprozessen zu den Abläufen mit dem höchsten manuellen Aufwand im B2B-Commerce. Gleichzeitig erwarten Geschäftskunden heute Self-Service rund um die Uhr, mobil und ohne Rückfragen. Ein Angebotsprozess, der nur zu Bürozeiten funktioniert, passt nicht mehr zu einem Einkauf, der digital arbeitet.

Was das Shopware Quote Management kann

Das Quote Management ist Teil der Shopware B2B Components (verfügbar ab dem Evolve-Plan) und bildet den kompletten Request-for-Quote-Prozess nativ im Shop ab, ohne Drittsystem und ohne Plugin-Flickenteppich. Ihre Kunden füllen den Warenkorb wie gewohnt und stellen daraus mit einem Klick eine Angebotsanfrage. Ihr Vertrieb sieht die Anfrage direkt in der Shopware-Administration, passt Preise oder Rabatte auf Positionsebene an und sendet das Angebot zurück.

Der entscheidende Unterschied zum E-Mail-Prozess: Die Verhandlung bleibt im System. Ihr Kunde kann das Angebot annehmen, ablehnen oder gezielt Änderungen anfragen, etwa zu Mengen, Preisen oder Lieferkonditionen. Jede Version ist dokumentiert, jeder Status nachvollziehbar. Nimmt der Kunde an, wird aus dem Angebot ohne erneute Dateneingabe eine Bestellung. Als Shopware Agentur sehen wir bei genau diesem Schritt die größten Effizienzgewinne: keine doppelte Erfassung, keine Übertragungsfehler, kein Versionschaos.

Auch organisatorisch bringt das Quote Management Struktur in den Vertrieb: Angebote lassen sich mit Gültigkeitsdaten versehen, sodass Sonderkonditionen automatisch auslaufen, statt jahrelang in alten PDF-Dokumenten weiterzuleben. Kommentare auf Angebots- und Positionsebene ersetzen die verstreute Mail-Korrespondenz, und Ihr Team sieht jederzeit, welche Anfragen offen, in Bearbeitung oder entschieden sind. Für das Management entsteht damit erstmals ein sauberer Funnel über den gesamten Angebotsbestand, inklusive der Frage, wie viele Angebote tatsächlich zu Aufträgen werden.

So läuft der digitale Angebotsprozess in der Praxis

Ein durchgängiger Ablauf mit dem Shopware Angebotsmanagement sieht in der Praxis so aus:

  • Anfrage: Der Einkäufer stellt seinen Warenkorb zusammen und fordert daraus ein Angebot an, auch mit hunderten Positionen.

  • Bearbeitung: Ihr Vertrieb prüft die Anfrage in der Administration, hinterlegt positionsgenaue Rabatte oder Sonderpreise und ergänzt bei Bedarf Kommentare.

  • Verhandlung: Der Kunde erhält das Angebot in seinem Kundenkonto, kann Rückfragen stellen oder Änderungen anfragen, alles versioniert und nachvollziehbar.

  • Abschluss: Mit der Annahme wird das Angebot zur Bestellung, inklusive aller verhandelten Konditionen.

Interessant wird das Zusammenspiel mit den übrigen B2B Components: Kombiniert mit Rollen und Rechten können etwa nur bestimmte Mitarbeitende Ihres Kunden Angebote anfragen, während die Freigabe beim Einkaufsleiter liegt. So bilden Sie reale Beschaffungsprozesse Ihrer Kunden ab, statt sie in ein starres Shop-Schema zu zwingen.

Ein Praxis-Tipp aus unseren Projekten: Starten Sie nicht mit dem kompletten Sortiment, sondern mit den Kundengruppen und Warengruppen, bei denen heute die meisten Angebotsanfragen manuell auflaufen. Dort ist der Entlastungseffekt sofort spürbar, und Ihr Vertrieb erlebt das neue Werkzeug als Hilfe statt als Umstellung. Messen Sie von Anfang an zwei Kennzahlen: die Zeit von der Anfrage bis zum versendeten Angebot und die Quote der angenommenen Angebote. Beide Werte verbessern sich in der Regel schon in den ersten Wochen deutlich und liefern Ihnen intern die Argumente für den weiteren Rollout.

ERP- und CRM-Anbindung: Angebote gehören in Ihre Prozesslandschaft

Ein Angebot lebt selten nur im Shop. Konditionen kommen aus dem ERP, der Außendienst arbeitet im CRM, die Auftragsbestätigung läuft über die Warenwirtschaft. Damit das Quote Management sein Potenzial entfaltet, muss es sauber in diese Systemlandschaft integriert sein: Staffelpreise und kundenindividuelle Konditionen aus SAP, Microsoft Dynamics oder weclapp sollten automatisch in die Angebotskalkulation einfließen, angenommene Angebote als Aufträge zurück ins ERP wandern.

Genau hier entscheidet sich, ob die Digitalisierung des Angebotsprozesses ein Feature bleibt oder ein Wettbewerbsvorteil wird. Über die Shopware APIs lassen sich Angebotsstatus, Preise und Freigaben bidirektional synchronisieren, das erfordert aber eine durchdachte Shopware Architektur, die Fehlerfälle, Preislogiken und Lastspitzen von Anfang an mitdenkt. Wir sehen täglich, dass der Unterschied zwischen einem trägen und einem wirklich schnellen Angebotsprozess selten am Feature liegt, sondern an der Qualität der Integration.

Fazit: Schnellere Angebote, mehr Abschlüsse, entlasteter Vertrieb

Das Shopware Angebotsmanagement verlagert einen der teuersten manuellen Prozesse im B2B dorthin, wo Ihre Kunden ohnehin arbeiten: in den Shop. Das Ergebnis sind kürzere Reaktionszeiten, dokumentierte Verhandlungen, weniger Erfassungsfehler und ein Vertrieb, der seine Zeit mit Kunden statt mit Copy-and-paste verbringt. Wer seinen B2B Angebotsprozess digitalisiert, verkauft nicht nur effizienter, sondern signalisiert Einkäufern auch: Mit diesem Lieferanten lässt sich digital arbeiten.

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Holger Lentz
CEO, enno.dev GmbH